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rare material

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Moondog
Rare Material

© + (P) 2006 ROOF Music GmbH

Über der Musik Louis Thomas Hardins, der sich “Moondog” nannte, liegt ein Mysterium. Der 1916 geborene Amerikaner hatte mit 16 Jahren sein Augenlicht bei einer Explosion verloren, aber mit eiserner Energie seinen Highschool-Abschluß geschafft und nach der Arbeit auf der Farm des Vaters in Arkansas ein Musikstudium aufgenommen. Er ging nach New York, wo er sich den Künstlernamen “Moondog” zulegte, der zum Markenzeichen wurde. Ab 1950 nahm er Platten mit eigenen Kompositionen auf, die ihn zur Kultfigur der Musikszene machten.

1974 kam Moondog auf Einladung des Hessischen Rundfunks nach Deutschland - und blieb. Aktiv bis ins Alter baute er eine neue, europäische Karriere auf. Am 8. September 1999 starb Louis Thomas Hardin, alias Moondog, in Münster.

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Wenn Hören harte Arbeit wird…von Frank Becker

Das Bochumer Label ROOF Music, das schon posthum sein Album “Moondog - The German Years 1977-1999″ herausgebracht hat, hat jetzt zum 90. Geburtstag des Komponisten unter dem Titel “Rare Material” ein Doppelalbum zusammengestellt, das zum einen die 1995 in England nur in kleinster Auflage produzierte CD “Big Band” wieder zugänglich macht, zum anderen teils unveröffentlichte jüngere, teils mehr als 50 Jahre zurück liegende Aufnahmen aus der frühen New Yorker Zeit Moondogs als Beispiele für sein Frühwerk vorstellt.

Soviel gleich hier: daß das Projekt der “Moondog Big Band” aus dem Jahr 1995 nach seiner Erstveröffentlichung keine weitere Publizität erfuhr, verwundert nicht. Mögen die Kompositionen und das Konzept des Big Band Albums ja auch ganz in Ordnung sein und die Ensembles, die sie ausführen von Rang - eine Offenbarung ist diese Scheibe aber ganz gewiß nicht. Es ist auch beim dritten Anhören - ja, ich habe mich dem in aller Ausführlichkeit gestellt - ein merkwürdiges, aber nicht bemerkenswertes Gespinst, Konzept hin, Konzept her. Und was die Aufnahmequalität angeht: der Sound kommt so verloren und so düster herüber, als sei er in einem nächtlichen U-Bahnhof aufgezeichnet, die Musik selbst deprimierend, selbst in den als fröhlich apostrophierten Passagen. Nein, an bzw. in der Aufnahme der Moondog Big Band kann ich nichts Erhebendes finden. Vielleicht, man soll die Hoffnung nie fahren lassen, wenn man das Ganze noch einmal aufnähme, mit einem guten Orchester, neuem Arrangement und mit anderer, weit besserer Tontechnik, ließe sich das Besondere darin entdecken. So aber nicht.

Weit mehr geben die teils sehr frühen, teils gar unveröffentlíchten Stücke der CD 2 her. Die meist kammermusikalischen Miniaturen sind von etwas höherem Reiz als das Big Band Projekt, vereinen Einflüsse aus europäischer Kirchenmusik und indianischer Folklore, Bebop, Natureindrücken und Dada-ähnlichen Elementen. Das ist mitunter sogar witzig, wie der “Frog Bog”, in seiner Gesamtheit aber auch nur schwer für den zu ertragen, der nicht ein ausgesprochener Moondog-Verehrer ist. Es gibt hierzulande die Redewendung: “Das geht nicht an mich”. Hören kann da zur harten Arbeit werden. Man kann vermutlich die Musik dieses seltsamen und auf seine Art außergewöhnlichen Musikers nur lieben oder ablehnen. Ich halte mich da raus.

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Ausgewählte Moondog Schallplatten

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