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ficta

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14 Euro incl. world-wide shipment cost

ficta | cs005

Ernesto Rodrigues/violin, viola. Guilherme Rodrigues/cello, pocket trumpet. Gabriel Paiuk/piano. José Oliveira/percussion.

Recorded on 19 December 2001, at Tcha Tcha Tcha Studios, Lisbon. Total Time 46:37 © 2002. Cover design Carlos Santos

Vom Westzipfel der EU landen immer häufiger Lebenszeichen der offenbar absolut virulenten portugiesischen Free Jazz - und Free Impro-Szene in meinem Hörfeld. Der Ccreative Sources Labelmacher, Violinist und Violaspieler Ernesto Rodrigues und seine Mitstreiter, der Perkussionist und akustische Gitarrist José Oliveira, der Sopranosaxophonist Marco Franco bzw. der Cellist und Pockettrumpetplayer Guilherme Rodrigues und der argentinische Pianist Gabriel Paiuk, beziehen sich mit dem Titel «Ficta» explizit auf die barock-manieristische “Basso acompagnato” - tradition und die in der profanen Musik obligatorische Adlib-verzierungskunst kreativer Interpreten.

Einerseits. Und andererseits auf die von Cage ins Bewusstsein gebrachte faszinationskraft von “Noise” und “Nothing”. Durch “Sfumato”-Techniken verwischen die Spieler die Grenzen zwischen Klang, Geräusch und Stille, zwischen Vordergrund und Hintergrund.

Fast will es scheinen, als ob jeder Laut sich für die Unterbrechtung der Stille entschuldigen müsste und daher nur als diskreter Akt zulässig ist, als Webern’scher Reduktionismus, als blosse Spur von Elementarteilchen, als paradoxes Neutrino. Die Erwartung von “Gefälligkeit” wird überführt ins Sublime.

In der Konfrontation mit einem Gespinst von Beinahe-Nichts oder im Flux einer Überfülle von Noise-Pixeln - zwischen diesen Polen spannt sich die CS-Geräuschwelt - kollabieren die Konsumwünsche, mit der Möglichkeit, frustriert zu schmollen oder wieder das Wahrnehmen zu üben und verschütteten Eigensinn freizuschaufeln. Nun, zu diesem Zweck wirbeln die portugiesischen Nihilisten - alle Titel auf «Ficta» wurden “Nihil” getauft - mit ihren Schäufelchen eifrig Staub auf. Und ich, ich schmolle gern. Bad Alchemy

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