certainty sympathy

Christoph Gallio: sopranosax / Alfred Zimmerlin: violoncello / Matthew Ostrowski: electronics
Christoph Gallio “certainty sympathy” percaso production 05
Composed by Gallio/Zimmerlin/Ostrowski
Recorded August 24. and 25. 1988
By Charles S. Russel at Studio PASS, New York N.Y.
Mixed by Charles S. Russell and Matthew Ostrowski at Studio PASS, New York N.Y.
Premastered and edited by Max Spielmann and
Johannes Vetsch at elephant château, Basel
Mastered by Peter Pfister, Berikon
Cover Art: Beat Streuli
Gallio skizziert in “certainty sympathy” 75 elektroakustische Miniaturen, die darauf abzielen, jene Flut von Sinneseindrücken (gebrochen) wiederzuspiegeln, der man etwa auf einer belebten Strasse ausgesetz ist. (Von Beat Streuli schwarzweiss fotographierte Alltagsschnipsel bieten im Booklet ein zusätzliches optisches Assoziationselement).
Die Hörbildsplitter changieren zwischen bewusst eingesetzten vertraut klingenden Melodieansätzen, Elementen, die ein Gefühl des deja vu, der ,certainty‘ vermitteln können, und subversivem Noise, Störungen durch konkrete Lärmfetzen, die das durch Disziplinierung selektive Ohr im Alltag kritiklos vertraut, im musikalisch definierten Raum (der Entspannung und des Hörgenusse) jedoch als schockierende (Unter-) Brechung ablehnt. Zwei Faktoren scheinen für “certainty sympathy” bestimmend: In gewollter Abkehr vom puristischen ,free‘ improvising-Kodex und seiner narzistischen Klanganalyse zum einen der spielerische Einsatz von als ,angenehm‘ empfundenen musikalischen Klischees und zum anderen eine Bejahung von Oberfläche, ein Verzicht auf bedeutungsschwere Tiefe, wodurch sinnliche Alltagserfahrung neubewertet und die potentielle Attraktivität und Relevanz einer Minderheitenmusik mit einer breiten Kommunikationsbereitschaft angereichert wird.BAD ALCHEMY, Rigobert Dittmann
In seinem Werk “certainty sympathy” spielt er sehr gezielt mit Bruchstücken einer Oberflächenwahrnehmung und nutzt die Spannung, die sich aus ihrer Kombination ergibt…….ein akustisches Puzzle, dessen Reiz sich schon sehr bald beim Hören entfaltet. So genau die einzelnen Teile Komponiert sind, so sorgfältig ist die ganze CD produziert.
Tages Anzeiger, Peter Bürli
Auch bei “certainty sympathy” geht es kombiniert instrumental und elektronisch zu. Die Musik ist sparsam, dennoch atmosphärisch dicht gewebt, bisweilen zwischen Anklängen an Klassisches und ganz von Ferne an Jazz Erinnerndes changierend. Die glänzende Gestaltung des Inlays zur CD gibt eine Ahnung der in Synthese mit Diaprojektionen von Beat Streuli realisierten Uraufführung: ein Klang-Bilderbogen mit präzis gearbeiteten, beeindruckenden Details.WoZ, Bert Noglik
Mit “certainty sympathy” ist dem Schweizer Jazzer und Performer Christoph Gallio eine überzeugende, geschlossene Komposition gelungen. Ursprünglich als Teil eines Gesamtkunstwerkes geplant, wurde sie 1988 zusammen mit Dia-Projektionen von Beat Streuli in der Kunsthalle Basel uraufgeführt. Die Plattenfassung ist eine faszinierende Klangkollage. Auch ohne die Dia-Projektionen kann man das Werk als imaginäre Geschichte begreifen. Es ist Musik, die die Fantasie beflügelt, dabei aber immer streng durchgestaltet wirkt. Insgesamt ein neuerlicher Beweis für die Qualität der Schweizer Szene.
Düsseldorfer Nachrichten, Martin Roeber




















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