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28, rue dunois

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1976: Paris: 13ter Wohnbezirk, Nummer 28, rue Dunois. In einem leerstehenden und heruntergekommenen ehemaligen Fabrikgebäude richten sich verschiedene Gemeinschaften ein, die allesamt in dieser Zeit als sogenannte “Feuerspucker” diversen subversiven Aktionen nachgehen. Interessengemeinschaften die für die Renovierung des Viertels kämpfen, Frauen-Rechtlerinnen, ein Schwulen-Verband und eine Agit-Prop Theater Gruppe leben ihre Utopien dort aus, wo sich keine Touristen jemals hin verlaufen.

Die Buchhandlung “La Commune de la Butte aux Cailles” , das Restaurant “Le Temps des Cerises” und die Autowerkstatt “Clé de 13″ bilden das Umfeld im 13ten Wohnbezirk in Paris in diesen ach so bewegten Zeiten.

Das Projekt scheitert im Chaos und nachdem einige übriggebliebene “Tag-Träumer” im Jahre 1979 das “Dunois” übernehmen geht es weiter. Es sind Sylvain Torikian, Nelly Le Grévellec und François Tusques die mit neuen Konzepten die Nachbarschaft des “Dunois” mit Nachmittags-Veranstaltungen und abendlichen Musik-Programmen mobilisieren. Die exentrischen Piano-Solo Auftritte von B.Few, A. Jean-Marie, G.E. Nouel lassen das “Dunois” schnell zu einem bekannten Jazz-und Insider Lokal werden. Während eines Unwetters nimmt das Klavier einigen Schaden; das Loch in der Decke befand sich gerade dort wo das Klavier stand, so dass es nie wieder richtig gestimmt werden konnte. Diesem Umstand ist es vielleicht auch zu verdanken, dass weitere musikalische Inspirationen geweckt wurden.

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Nachdem Mann/Frau/Kind es geschafft hatte durch die Wasserpfützen und den offenen Abwasserkanal der rue Dunois dort einzukehren, erwartete einen das “Unerwartete”, begrüsst von der Hauskatze und einer dunklen Einrichtung die keinem Stil einzuordnen schien.

François Tusques beschreibt das “Dunois” in etwa so:“Offen für alles Fremde, sich nicht aus Angst dem Neuen verschliessen, eine offene Gemeinschaft ohne Schranken. Free Jazz, Poesie der Rebellion, diese faszinierende Brise von “Freiheit” die von amerikanischen und europäischen Künstlern hereingetragen wurde, gegen alle herrschenden Konventionen. Zeitgeist in Bewegung.”

Zu dieser Zeit war alles in Bewegung. Künstler organisierten sich und bildeten überspannende Netzwerke und Festivals in ganz Europa etablierten sich und das “Dunois” schrieb sich ein in diese Dynamik. Die Vielfältigkeit des Programmes ist der eigentliche zeitgeschichtliche Zeuge des “Dunois”; mit all seinen künstlerischen Experimenten, Expressionen und Improvisationen hat dieser Ort dem “Unbekannten” einen Platz eingeraumt.
Die graphischen Gestaltung der Programme und auch die französische Musiker die in der ersten und zweiten Saison auftreten, suchen ihresgleichen. Einer der respektiertesten amerikanischen Musiker, der seinen Weg zum “Dunois” fand war sicherlich Steve Lacy.

Daneben fanden Musiker ihren Weg in das “Dunois” wie: Lol Coxhill, Jac Berrocal, Derek Bailey, Bobby Few, Alan Silva, Mohamad Ali, Takashi Kako, Annick Nozati, Joelle Leandre, Eugene Chadbourne, Fred Frith, Tom Cora, Tony Coe, George Lewis, Violetta Ferrer, Eric Watson, John Lindberg, Barry Altschul, Steve Beresford, Daunik Lazro, Evan Parker, Jean-Jacques Avenel, Raymond Boni, Tristan Honsinger, Alex von Schlippenbach, Axolotl, Konrad Bauer, Uwe Kropinsky, Johannes Bauer, Helmut Sachse, Günter Sommer,Sam Rivers, Mal Waldron, Catalogue, Sonny Sharrock, Jacques Di Donato, Ali Hussein, Benat Achiary, Michel Doneda, Misha Mengelberg, Han Bennink, Ernst Reyjseger, Maarten Altena, Hans Reichel, Sven Ake Johansson, Antoine Herve, Rova Saxophone Quartet, Henri Texier, Irene Schweizer, Yves Robert, Joachim Kühn, Daniel Humair, Jean-François Jenny-Clark, Bratsch, Louis Sclavis, Ted Milton, Didier Levallet, John Stevens, Texture Septet, Le Workshop de Lyon, Ben Zimet, Ned Rothenberg, Elliot Sharp, Samm Bennett, Le Bagdad de Kemperle, Malcom Goldstein, John Rose und viele andere.

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Mit Jean Rochard und dem Label Nato geht es immer tiefer in den musikalischen Untergrund und Englische, Deutsche, Belgische und Holländische Künstler mischen die ohnehin anarchistische Atmosphare im “Dunois” wahrend ihrer Tourneen in Europa mächtig auf und jeden Montag Abend gab es einen Wettbewerb zwischen zwei Bands und das Publikum durfte den Gewinner des Abends wählen.

In der letzten Saison des “Dunois” im Jahre 1986/1987 endet diese Freiheit und Anarchie in einer göttlichen Mischung aus Flamenco, Elektronik, Besessenheit, Spott und Begierde. Wie das Leben so spielt; es gibt das “Dunois” auch Heute noch. An anderer Stelle, 108, rue du Chevaleret, 75013 Paris und Nelly Le Grevellec ist im Jahre 2006 immer noch dabei. A bientot ?

Unter der Web Seite Dunois gibt es einige kurze Videos zu betrachten, Momentaufnahmen in der Geschichte eines Ortes, der es verdient in Erinnerung gebracht zu werden.

Hier ein kleines Video: un passage aux pavés disjoints

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