This is a remix of a remix, but the first half of it comes off as a 1930’s newsreel on witchdraft, with the narration by William S Burroughs. The original satanic footage here is from a 1922 silent film which was re-released in 1968 with a soundtrack by Jean-Luc Ponty and narration by Burroughs. Either the 1922 original or the 1968 re-release was titled Superstition: Middle Ages and Now.
Norbert Stein gehört zu den happy few im Deutschen Jazz, die - künstlerisch! - ausgesorgt haben: er nennt ein klingend erkennbares Konzept sein eigen. Ob man diese Patamusik genannte Stilistik aus der Pataphysik des Alfred Jary herleitet (wie Stein es nicht ohne Augenzwinkern beliebt) oder sonst wo her - es ist wurscht. Ein Begriff für eine tönend bewegte Sache ist und bleibt ein Kunstprodukt, eine pure Analogie-Brücke, die man nicht (musik)logisch bauen kann.
Dem Duktus der Patamusik würde beispielsweise ein Etikett, das ihre Eigenarten wie Hymnen-Melodik oder narrative Melodik ausspräche, viel besser gerecht werden. Aber es wirkte umständlicher, Patamusik hingegen ist schlicht und deshalb unschlagbar.
Das gilt - und jetzt kommt der zweite grosse Bonus zum Vorschein - auch für die klingenden Resultate. Ob Patamusik im Trio antritt, wie hier im Oktett oder in Big Band-Stärke - man erkennt sie sofort. Sie verliert nie ihre Identität, Patamusik ist formatunabhängig. (Ich setzte noch eins drauf: Norbert Stein hat vor ein paar Jahren die jazzigste Patamusik in Quartettbesetzung auf eine Provinzbühne gebracht - ein Projekt, das noch seiner Studio-Reproduktion harrt.)
Die CD PATA JAVA hält den erstaunlichen Prozess der Zusammenarbeit zwischen den Pata Masters aus Köln unter Leitung von Norbert Stein und den Gamelan-Musikern der Gruppe Kua Etnika aus Yogyakarta unter Leitung von Djaduk Ferianto im Ergebnis fest. PATA JAVA ist das geglückte Experiment einer Begegnung unterschiedlicher Musikerpersönlichkeiten, Musikformen und Klangwelten. In ihrer Begegnung haben die Pata Masters und Kua Etnika auf gleicher Augenhöhe über bloßen Austausch und synthetisierende Formen hinweg zu innovativen Kompositionen gefunden, in denen zwei Musiksprachen aufeinander eingehen, miteinander spielen, manchmal die Seiten wechseln und doch immer wieder zu sich finden. Direkter, intensiver und ehrlicher kann eine kulturelle Begegnung kaum sein.
Graffiti Suite - Norbert Stein Pata Music, played by NDR Bigband. Was von Norbert Stein in Auszügen schon in vielen internationalen Begegnungen, unter anderem mit Musikern in Brasilien und einem Gamelanorchester in Indonesien, erfolgreich angewandt wurde, präsentiert sich hier in reiner Form: Die grafische Pata-Komposition für improvisierendes Orchester.
Hier entsteht Musik mittels einer Kompositionstechnik, die während langjähriger Erfahrungen mit improvisierenden Ensembles von Norbert Stein entwickelt wurde: kunstvolle grafische Zeichen generieren orchestrale Ereignisse und steuern komplexe musikalischen Abläufe.